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Patientenversorgung im Rettungsdienst

Zwei Rettungssanitäter versorgen einen Patienten im Rettungswagen

Professionelle Patientenversorgung im Rettungsdienst stellt Einsatzkräfte täglich vor höchste Anforderungen: Zeitdruck, schwierige Einsatzbedingungen und lebensbedrohliche Situationen erfordern eine Ausrüstung, die zuverlässig funktioniert und intuitiv bedienbar ist.

Patientenversorgung im Rettungsdienst: das Wichtigste in Kürze

  • Patientenversorgung im Rettungsdienst umfasst alle Maßnahmen der präklinischen Phase – vom Eintreffen am Einsatzort bis hin zur Übergabe an die Klinik.
  • Die maschinelle Beatmung ist der manuellen Beutel-Masken-Beatmung klar überlegen und entlastet das Einsatzteam.
  • Nicht-invasive Beatmung (NIV) sollte bei spontan atmenden Patientinnen und Patienten wann immer möglich bevorzugt werden.
  • Kontinuierliches Patientenmonitoring ist die Grundlage jeder Therapiesteuerung im Einsatz.

Definition: Was ist Patientenversorgung? 

Patientenversorgung bezeichnet die Gesamtheit aller diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen, die Einsatzkräfte ergreifen, um den Zustand von Patientinnen und Patienten zu stabilisieren und eine bestmögliche Behandlung sicherzustellen.

Im Rettungsdienst bezieht sich die Patientenversorgung konkret auf die präklinische Phase – also den Zeitraum vom Eintreffen am Einsatzort bis hin zur Übergabe an die weiterbehandelnde Einrichtung.

Diese Phase der Patientenversorgung gliedert sich in mehrere Säulen: 

  • Absaugung & Atemwegsmanagement
  • Beatmung & Sauerstoffversorgung
  • Defibrillation & Reanimation 
  • Monitoring & Diagnostik 
  • Datenmanagement & Übergabe

Zentrale Elemente der Notfallversorgung im Rettungsdienst

Beatmung im Rettungsdienst und Sauerstoffversorgung

Die Beatmung gehört zu den kritischsten Maßnahmen in der präklinischen Notfallversorgung. Eine insuffiziente oder fehlende Ventilation führt innerhalb weniger Minuten zu irreversiblen Hirnschäden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an das Gerät sowie an die Anwenderinnen und Anwender.

Gegenüber der manuellen Beutel-Masken-Beatmung bietet die maschinelle Beatmung dabei klare Vorteile: 

  • Sie gewährleistet eine konstante, präzise Ventilation.
  • Sie entlastet das Einsatzteam.
  • Sie schafft Kapazitäten für weitere lebenserhaltende Maßnahmen. 

Studien zeigen, dass in lediglich 3 von 106 Fällen bei der Beutel-Masken-Beatmung während der CPR alle leitlinienrelevanten Beatmungsparameter eingehalten wurden. Die Sauerstoffversorgung ist dabei eine Grundvoraussetzung. Abhängig von der Indikation wird die inspiratorische Sauerstoffkonzentration (FiO₂) individuell angepasst. Beatmungsgeräte für den Rettungsdienst müssen in der Lage sein, FiO₂-Werte von 21 % bis 100 % präzise zu liefern – möglichst unabhängig von der verfügbaren externen Druckgasversorgung.1

Beatmungsmodi im Überblick

CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)

Kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck für spontanatmende Patientinnen und Patienten. Erhöht die funktionelle Residualkapazität (FRC), öffnet kollabierte Alveolen und reduziert den Rechts-Links-Shunt. Indiziert z. B. beim kardialen Lungenödem.

CPAP + ASB (Assisted Spontaneous Breathing)

Druckunterstützung der spontanen Atemzüge. Reduziert die Atemarbeit und den Sauerstoffverbrauch der Atemmuskulatur. Mittel der Wahl bei der exazerbierten COPD.

BiLevel + ASB/BIPAP

Druckkontrollierte Beatmung mit freier Spontanatmung auf zwei Druckniveaus (pInsp und PEEP). Einsetzbar bei spontanatmenden wie auch bei nicht-spontanatmenden Patientinnen und Patienten.

PCV / aPCV (Pressure-Controlled Ventilation)

Vollmaschinelle, druckkontrollierte Beatmung – indiziert bei fehlender Spontanatmung, z. B. nach Intubation.

Nicht-invasive Beatmung (NIV) ist die schonendere Option für spontan atmende Patientinnen und Patienten: Sie erfolgt über eine Gesichts-, Mund- oder Nasenmaske – ohne invasiven Atemwegszugang. Bei richtiger Indikationsstellung reduziert NIV nachweislich die Sterblichkeit um 65 % sowie die Krankenhausaufenthaltsdauer um ca. 3,4 Tage. Wann immer möglich, sollte bei akuter respiratorischer Insuffizienz eine nicht-invasive Beatmung eingesetzt werden, um Komplikationen der invasiven Beatmung zu vermeiden.2

Zudem entlastet die maschinelle Beatmung das Einsatzteam erheblich: Während das Gerät die Ventilation kontinuierlich und präzise übernimmt, können Einsatzkräfte weitere Aufgaben übernehmen, die Dokumentation führen und die Betroffenen insgesamt besser versorgen. 

Für die effektive Beutel-Masken-Beatmung werden in der Regel zwei Personen benötigt – ein Beatmungsgerät gibt beiden Einsatzkräften ihre Hände für andere Maßnahmen frei.

Patientenmonitoring als Grundlage der Versorgung

Ohne kontinuierliches Monitoring ist eine gezielte Therapiesteuerung nicht möglich. Im Rettungsdienst werden im Rahmen des Patientenmonitorings üblicherweise folgende Basisparameter erfasst:

  • Sauerstoffsättigung (SpO₂)
  • Herzfrequenz und Puls
  • Atemfrequenz
  • 6-Kanal-EKG
  • Nicht-invasiver Blutdruck (NIBP)

Ergänzend kommen je nach klinischer Situation weitere Parameter hinzu, insbesondere das endtidale CO₂ (etCO₂) per Kapnographie sowie das 12-Kanal-EKG für die erweiterte Notfalldiagnostik. Für die Therapiesteuerung ist die Kapnographie besonders relevant: Der etCO₂-Wert gibt unmittelbar Auskunft über die Effektivität der Ventilation und die Qualität einer laufenden Reanimation.

Abweichungen der Messwerte erfordern eine sofortige Überprüfung der Geräteeinstellungen und der klinischen Situation. Ein zuverlässiges Alarmsystem mit klar priorisierten Warnmeldungen unterstützt Einsatzkräfte dabei, auch unter Stress den Überblick zu behalten – und verhindert, dass kritische Zustände unbemerkt bleiben.

Defibrillation und Reanimation

Bei Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie (VT) ist die unverzügliche Defibrillation die entscheidende Therapiemaßnahme: Jede Minute ohne Defibrillation reduziert die Überlebenswahrscheinlichkeit signifikant. Geräte für den Rettungsdienst müssen daher schnell verfügbar und unter schwierigen Einsatzbedingungen funktionssicher sein.

Die Beatmung während der Reanimation stellt eine besondere Herausforderung dar. Der Beatmungsmodus CCSV (Chest Compression Synchronized Ventilation) synchronisiert die Beatmungshübe mit den Thoraxkompressionen – ohne Unterbrechung der Herzdruckmassage. Die Kombination aus effektiver Oxygenierung und verbesserter Perfusion macht CCSV zu einem klinisch bedeutsamen Fortschritt für die Reanimationsversorgung. 

Gruppenfoto der Award-Verleihung

Schon gewusst?

Im Februar 2026 wurde CCSV mit dem Björn Steiger Award in der Kategorie „Forschung" ausgezeichnet – einem der renommiertesten Preise im deutschen Rettungswesen.

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Absaugung und Atemwegsmanagement

Das Freihalten der Atemwege ist die Grundvoraussetzung für jede Beatmungsmaßnahme. Sekret, Blut, Erbrochenes oder Fremdkörper können die Atemwege blockieren und eine effektive Ventilation unmöglich machen. Absaugung ist in diesen Situationen keine optionale Maßnahme, sondern ein unmittelbarer Bestandteil des Atemwegsmanagements.

Indiziert ist die Absaugung insbesondere bei:

  • Bewusstlosigkeit
  • Atemwegsverlegung durch Blut oder Erbrochenes nach Trauma
  • Sekretretention nach Intubation

Die endotracheale Intubation gilt als Goldstandard der Atemwegssicherung bei fehlender Schutzreflexfähigkeit und apnoischen Patientinnen und Patienten. Sie ermöglicht die kontrollierte maschinelle Beatmung und schützt die Atemwege zuverlässig vor Aspiration. Die sichere Durchführung der Intubation unter schwierigen Einsatzbedingungen ist ein anerkannter Qualitätsindikator für Ausbildungsstand und Ausrüstungsqualität im Rettungsdienst.3

Datenmanagement und Übergabe

Die lückenlose Dokumentation eines Einsatzes ist medizinisch, rechtlich und organisatorisch unabdingbar. Eine Bluetooth®-Übertragung vitaler Beatmungsparameter ermöglicht es, Messwerte in Echtzeit an angebundene Systeme zu übermitteln, ganz ohne manuelle Zwischenschritte und damit ohne zusätzliche Fehlerquellen.

Das 12-Kanal-EKG kann bereits vor dem Eintreffen der Patientinnen und Patienten per E-Mail an die aufnehmende Klinik übermittelt werden – eine digitale Voranmeldung, die Informationsverluste an der Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Klinik minimiert. Die Replay-Ansicht aufgezeichneter Messwerte und EKG-Kurven ermöglicht zudem eine vollständige Patientenübergabe, auch wenn die Notärztin oder der Notarzt erst verzögert eintrifft.

Patientenversorgung im Rettungsdienst mit WEINMANN 

WEINMANN entwickelt und produziert seit 1874 medizinische Geräte für den mobilen Einsatz – mit Sitz in Hamburg, „Made in Germany“-Qualität und mehr als 90.000 Beatmungsgeräten weltweit im Einsatz.  Unser Produktportfolio ist konsequent auf die Anforderungen der Patientenversorgung im Rettungsdienst ausgerichtet: intuitive Bedienung unter Stressbedingungen, robuste und kompakte Bauweise sowie ein breites Indikationsspektrum, von der Notfallbeatmung über Monitoring bis hin zur Defibrillation.

MEDUMAT Standard² – Notfall- und Transportbeatmung mit CCSV

MEDUMAT Standard² in der Verwendung

MEDUMAT Standard² ist das vielseitige Beatmungsgerät für alle Notfallsituationen im Rettungsdienst. Er bietet alle klinisch relevanten Beatmungsmodi – CPAP, CPAP + ASB, BiLevel + ASB/BIPAP, PCV und aPCV – und ermöglicht sowohl invasive als auch nicht-invasive Beatmung. 

Mit einem Gewicht von lediglich 2,5 kg und einer Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden ist MEDUMAT Standard² optimal für Notfallsituationen geeignet. Das Gerät kann bei Patientinnen und Patienten ab 3 kg Körpergewicht eingesetzt werden und deckt ein breites Einsatzspektrum ab – vom Säugling bis zum Erwachsenen.

Besonders hervorzuheben ist der CCSV-Modus: Dieser synchronisiert die Beatmungshübe mit den Thoraxkompressionen während der Reanimation ohne Unterbrechung der Herzdruckmassage. Die Kombination aus effektiver Oxygenierung und verbesserter Perfusion macht CCSV zu einem klinisch bedeutsamen Fortschritt für die Reanimationsversorgung.

Die Bluetooth®-Übertragung vitaler Beatmungsparameter unterstützt die digitale Einsatzdokumentation und ermöglicht eine lückenlose Datenübergabe an die aufnehmende Klinik. Der MEDUMAT Standard² lässt sich nahtlos in die LIFE-BASE Trageeinheiten von WEINMANN integrieren.

MEDUVENT Standard – turbinenbetrieben und druckgasunabhängig

Beatmung mit MEDUVENT Standard in einem Rettungswagen

MEDUVENT Standard gehört zu den weltweit kleinsten und leichtesten turbinenbetriebenen Notfall- und Transportbeatmungsgeräten. Bei einem Gewicht von nur 2,1 kg und einem Volumen von 3,5 l ist er optimal für Einsätze ausgelegt, bei denen jedes Gramm zählt – ob in der Luftrettung, im Katastrophenschutz oder bei schwer zugänglichen Verletzten.

Als turbinenbetriebenes System funktioniert er ohne externe Druckgasversorgung und kann inspiratorische Sauerstoffkonzentrationen von 21 % bis 100 % verabreichen, ohne dabei selbst Sauerstoff zu verbrauchen. Mit einer Betriebsdauer von bis zu 7,5 Stunden bei typischen Beatmungseinstellungen für einen Erwachsenen ist er auch für Langzeiteinsätze ohne externe Versorgung geeignet. Nicht-invasive Beatmung ist mit MEDUVENT Standard ebenso möglich.

MEDUCORE Standard² – Monitoring und Defibrillation in einem Gerät

Patienten Monitoring mit MEDUCORE Standard²

MEDUCORE Standard² vereint Patientenmonitoring und Defibrillation in einer kompakten Einheit. Sämtliche Vitalparameter – EKG (6- und 12-Kanal), Herzfrequenz, SpO₂ und NIBP – sind dank Farbkodierung und Nachtansicht zu jeder Zeit schnell und intuitiv erfassbar.

Das 12-Kanal-EKG kann bereits vor dem Eintreffen der Patientinnen oder Patienten per E-Mail an die aufnehmende Klinik übermittelt werden – für eine strukturierte Voranmeldung und eine reibungslose Patientenübergabe. In Kombination mit MEDUMAT Standard² oder MEDUVENT Standard haben Einsatzkräfte alle relevanten Vitalparameter und Beatmungsdaten auf einen Blick verfügbar.

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FAQ

Der wesentliche Unterschied liegt im Zugang zu den Atemwegen: Bei der invasiven Beatmung wird dieser durch einen Trachealtubus oder eine Trachealkanüle gesichert, bei der nicht-invasiven Beatmung (NIV) erfolgt die Ventilation über eine Maske – ohne Eingriff in die Atemwege. 

Im Rettungsdienst wird NIV wann immer möglich als primäre Maßnahme bevorzugt. Bei ausbleibender klinischer Besserung oder Kontraindikationen muss jedoch unverzüglich intubiert werden.

Zu den Basisparametern zählen Sauerstoffsättigung (SpO₂), Herzfrequenz, Atemfrequenz, nicht-invasiver Blutdruck (NIBP) sowie das 6-Kanal-EKG. Ergänzend kommt je nach klinischer Situation das endtidale CO₂ (etCO₂) per Kapnographie hinzu. Das etCO₂ liefert unmittelbare Informationen über die Effektivität der Ventilation und die Qualität einer laufenden Reanimation.

Für die erweiterte Notfalldiagnostik, etwa beim Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom, ist das 12-Kanal-EKG entscheidend. Die kontinuierliche Überwachung dieser Parameter bildet die Grundlage für jede therapeutische Entscheidung im Einsatz.

Entscheidend sind intuitive Bedienbarkeit auch unter Stressbedingungen, ein breites Spektrum an Beatmungsmodi inklusive NIV-Fähigkeit sowie eine robuste und kompakte Bauweise für den mobilen Einsatz. Darüber hinaus sollten Geräte eine ausreichende Akku- bzw. Betriebsdauer ohne externe Versorgung bieten und über ein zuverlässiges Alarmsystem mit klar priorisierten Warnmeldungen verfügen. 

Ein breites Patientenspektrum – von Kindern bis hin zu Erwachsenen – sowie die einfache Integration in vorhandene Trageeinheiten sind weitere relevante Kriterien. Nicht zuletzt spielt der Service eine wesentliche Rolle: Regelmäßige Wartung und gerätespezifische Schulungen sind Voraussetzung dafür, dass Einsatzkräfte im Ernstfall sicher mit den Geräten arbeiten können.

Autor:in: Juliane Zepp · Zuletzt aktualisiert: 03.06.26