Beatmung bei der Reanimation

Beatmung bei der Reanimation ist ein zentrales Element der Notfallmedizin und unmittelbar mit dem Patientenoutcome verknüpft. Für professionelle Einsatzkräfte stellt sich weniger die Frage, ob beatmet werden soll, sondern wie sichergestellt wird, dass die Beatmung bei der Wiederbelebung unter Stressbedingungen sicher, leitlinienkonform und ressourcenschonend erfolgt. WEINMANN-Beatmungsgeräte im Rettungsdienst können hier entscheidend unterstützen sowie Fehlerquellen reduzieren.
Warum die Beatmung bei der Reanimation in der Notfallmedizin essenziell ist
Die Wiederbelebung ohne Beatmung bleibt unvollständig. Die Thoraxkompressionen alleine ermöglichen zwar eine Zirkulation von sauerstoffreichem Blut, ersetzen aber auf Dauer keine strukturiert durchgeführte Notfallbeatmung, die den Körper mit neuem Sauerstoff versorgt sowie den Abtransport von Kohlendioxid gewährleistet.
Für professionelle Anwenderinnen und Anwender im Rettungsdienst, in der Luftrettung, im Katastrophenschutz und in der Klinik ist die Beatmung daher integraler Bestandteil jeder Wiederbelebungsmaßnahme, sofern die Rahmenbedingungen dies zulassen.
Ziele der Beatmung bei der Reanimation
Die Beatmung während der Reanimation verfolgt mehrere medizinische Ziele:
- Oxygenierung und Schutz lebenswichtiger Organe: Das primäre Ziel der Beatmung ist die Oxygenierung, also die Versorgung des Körpers mit ausreichend Sauerstoff, um eine adäquate Durchblutung lebenswichtiger Organe wie Herz und Gehirn zu gewährleisten.
- Ventilation und Vermeidung von Hyperkapnie: Neben der Sauerstoffzufuhr dient die Beatmung auch der Ventilation, also dem Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid (Decarboxylierung). Dies ist entscheidend, um eine Ansammlung von Kohlendioxid (Hyperkapnie) zu vermeiden, die zu einer respiratorischen Azidose führen könnte.
- Unterstützung des Kreislaufs: Im Idealfall unterstützt die Beatmung den Kreislauf, indem sie synchron zu den Thoraxkompressionen erfolgt. Dadurch kann sie die Hämodynamik positiv beeinflussen und die Effektivität der Reanimation insgesamt verbessern.
Wie unterscheidet sich die Beatmung bei Kindern von der bei Erwachsenen?
Erwachsene werden in der Regel mit einem Verhältnis von 30:2 reanimiert, also 30 Thoraxkompressionen gefolgt von 2 Atemspenden.1 Bei Kindern, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern, ist die Beatmung dagegen deutlich sensibler und erfordert eine noch präzisere Anpassung.
Zu den größten Unterschieden zählen:
Deutlich kleinere Lungenvolumina im Vergleich zum Erwachsenen
Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber zu hohen Beatmungsdrücken
Höherer Sauerstoffbedarf pro Kilogramm Körpergewicht
(6–7 ml/kg/min gegenüber 3–4 ml/kg/min bei Erwachsenen)2Größerer Einfluss kleinster Leckagen am Atemwegssystem
Die Beatmung muss daher konsequent an die Körpergröße und das Körpergewicht angepasst werden. Ungenaue Schätzungen oder Einstellungen für Erwachsene können ansonsten zu Volutrauma, Barotrauma oder unzureichender Ventilation führen.
Das Beatmungsgerät MEDUMAT Standard² von WEINMANN ist für Kinder ab 3 kg geeignet und ermöglicht eine sichere Einstellung der Beatmung über die Eingabe der Körpergröße.
Beatmung beim Reanimieren von Kindern und Säuglingen
Wer Kinder oder Säuglinge reanimieren muss, sollte sich an folgende Vorgaben bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung halten: 3
- Beatmung
Kind > 1 Jahr: Initial 5 „effektive“ Beatmungen über 1 s
Kind < 1 Jahr: Initial 5 „effektive“ Beatmungen über 1 s
Neugeborene: 5 Beatmungen über 2–3 s, dann 30/min- Pulskontrolle (nicht länger als 10 s)
Kind > 1 Jahr: A. carotis
Kind < 1 Jahr: A. brachialis
Neugeborene: A. umbilicalis- Kompressionsort
Kind > 1 Jahr: untere Sternumshälfte
Kind < 1 Jahr: untere Sternumshälfte
Neugeborene: unteres Drittel des Sternums- Kompressionsmethode
Kind > 1 Jahr: Handballen
Kind < 1 Jahr: 2 Finger oder beide Daumen (2-Helfer-Methode)
Neugeborene: 2 Finger oder beide Daumen (2-Helfer-Methode)- Kompressionsfrequenz
Kind > 1 Jahr: 100-120/min
Kind < 1 Jahr: 100-120/min
Neugeborene: 120/min- Verhältnis Kompression:Beatmung
Kind > 1 Jahr: 15:2, Laien 30:2
Kind < 1 Jahr: 15:2
Neugeborene: 3:1- Atemwegsverlegung bei nicht bewusstlosem Kind (beim bewusstlosen Kind wird reanimiert!)
Kind > 1 Jahr: 5 Schläge auf Rücken, 5 abdominelle Kompressionen
Kind < 1 Jahr: 5 Schläge auf Rücken, 5 thorakale Kompressionen
Neugeborene: Absaugung, keine Schläge oder Druckstöße
Studienlage: Wie die Beatmung bei der Reanimation Überlebensraten verbessert ↓↓↑
Frühere Forschungen konzentrierten sich vorrangig auf Thoraxkompressionen („Chest Compression Only“), jedoch hat sich gezeigt, dass die Beatmung für das Outcome ebenso entscheidend ist.
Eine Studie hat herausgefunden, dass eine Beatmung in mehr als 50 % der Kompressionspausen mit einer verbesserten Wiederherstellung des spontanen Kreislaufs (ROSC) sowie mit einer erhöhten Überlebensrate verbunden ist und mit verringerten neurologischen Schäden einhergeht. 4
Denn da Herz und Gehirn sehr empfindlich auf einen Sauerstoffmangel reagieren, ist eine schnelle Beatmung mit der höchstmöglichen Sauerstoffkonzentration entscheidend, um lebensbedrohliche Schäden zu verhindern.5
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt es zu einem abrupten Stopp der Sauerstoffzufuhr. Durch hohe Stoffwechselraten erschöpfen Herz und Gehirn ihre begrenzten Sauerstoff- und Energiereserven innerhalb von Minuten.
Die Studie „Bag-Valve-Mask Ventilation and Survival From Out-of-Hospital Cardiac Arrest: A Multicenter Study“ von Ahamed Idris et al.6 untersucht den Einfluss der Beatmung beim Reanimieren auf das Outcome der Betroffenen. Danach zeigen Personen, bei denen während der Kompressionspausen zuverlässig beatmet wurde, höhere Überlebensraten und weniger neurologische Schäden.
Deshalb werden Thoraxkompressionen ohne Beatmung für professionelles Personal nicht empfohlen7– ganz im Gegenteil: Sie sollen mit der Beatmung so früh wie möglich beginnen8, da nur ein enges Zeitfenster von etwa 3–5 Minuten ohne Sauerstoff bleibt, bis erste irreversible Hirnschäden auftreten.9
Beatmung bei Reanimation – Methoden im Überblick
Die Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation leiten sich eher aus allgemeinen Empfehlungen zur künstlichen Beatmung ab. Daher gibt es auch keine konkreten Empfehlungen zur Wahl des Beatmungsmodus.
Die Wahl der Beatmungsmethode während einer Reanimation hängt im Wesentlichen davon ab, ob der Atemweg der Patientin oder des Patienten gesichert ist oder nicht.
Ungesicherter Atemweg
Ein ungesicherter Atemweg wird ohne Beatmungsgerät manuell offen gehalten. In diesem Fall stehen folgende Beatmungsmöglichkeiten zur Verfügung:
Beutel-Masken-Beatmung
Eine manuelle Methode, bei der Sauerstoff durch Zusammendrücken eines Beatmungsbeutels über eine Maske direkt abgegeben wird.
- Vorteile
- Schnelle Anwendung
- Geringes Gewicht
- Nachteile
- Kein konstantes Atemvolumen
- Keine konstante Atemfrequenz
- Möglichkeit von Druckspitzen
- Eingeschränkte Abdichtung
- Magenüberblähung möglich
- 2 Personen benötigt
- Behinderung des venösen Rückstroms durch asynchrone Beatmung
MEDUtrigger
Ein Auslöser, der manuell betätigt werden kann, um Beatmungshübe an einer Maske zu bewirken.
- Vorteile
- Manuelle Beatmung mit einem konstanten Volumen
- Leitlinienkonforme, schnelle Durchführung von 2 Beatmungshüben hintereinander
- Drucklimit und Warnsignale
- Nachteile
- Maschinelles Beatmungsgerät am Einsatzort notwendig
- Geringere sensorische Rückmeldung, Veränderungen sind weniger direkt spürbar
Gesicherter Atemweg
Ein gesicherter Atemweg liegt vor, wenn ein Hilfsmittel wie ein Trachealtubus oder eine supraglottische Atemwegshilfe (SGA) den Atemweg dauerhaft offenhält.
Nach erfolgter Atemwegssicherung ergeben sich folgende Beatmungsoptionen:
Beutel-Tubus-Beatmung
Bei einer Intubation kann der Tubus mit einem Beutel verbunden werden, um eine manuelle Beatmung zu ermöglichen.
- Vorteile
- Schnelle Anwendung
- Geringes Gewicht
- Nachteile
- Kein konstantes Atemvolumen
- Keine konstante Atemfrequenz
- 1 Person für die Beatmung benötigt
- Möglichkeit von Druckspitzen und Behinderung des venösen Rückstroms durch asynchrone Beatmung
Volumenkontrollierte Beatmung
Eine maschinelle Beatmungsmethode, bei der das Tidalvolumen vorgegeben wird.
- Vorteile
- Präzise Einstellung des Atemvolumens und konstante Beatmungsfrequenz
- Keine zusätzlichen Personen für die Beatmung benötigt
- Nachteile
- Möglichkeit von Druckspitzen und Behinderung des venösen Rückstroms durch asynchrone Beatmung
Druckkontrollierte Beatmung
Eine maschinelle Beatmungsmethode, bei der der Beatmungsdruck reguliert wird.
- Vorteile
- Konstanter Beatmungsdruck und Beatmungsfrequenz
- Keine zusätzlichen Personen für die Beatmung benötigt
- Nachteile
- Möglichkeit der Behinderung des venösen Rückstroms durch asynchrone Beatmung
Chest Compression Synchronized Ventilation (CCSV)
Ein druckkontrollierter Beatmungsmodus, der mit Thoraxkompressionen synchronisiert ist und Beatmungshübe auslöst.
- Vorteile
- Speziell für die Reanimation entwickelt
- Oxygenierung und alveolare Ventilation verbessert
- Unterstützung der Perfusion
- Keine zusätzlichen Personen für die Beatmung benötigt
- Nachteile
- Atemwegssicherung mittels Endotrachealtubus erforderlich
Manuelle vs. maschinelle Beatmung bei der Reanimation: Was ist besser?
Die klassische manuelle Beatmung hat nach wie vor ihren Platz – insbesondere in der Frühphase der Reanimation oder bei sehr kurzen Reanimationsabläufen. Unter realen Einsatzbedingungen mit langer Reanimationsdauer, Transport, laufender Diagnostik und parallelen Maßnahmen geraten Teams jedoch schnell an Grenzen:
- Schwierige Maskenabdichtung über längere Zeit
- Hohe körperliche Belastung
- Gefahr der Hyperventilation
- Reduzierte Aufmerksamkeit für andere Vitalparameter und Rea-Maßnahmen
Hier bieten die WEINMANN-Beatmungsgeräte im Rettungsdienst deutliche Vorteile: Einmal korrekt angeschlossen, liefern sie eine konstante Beatmung mit kontrollierten Drücken und Volumina und überwachen kontinuierlich wesentliche Beatmungsparameter. Das verschafft dem Team wertvolle Zeit.
So unterstützt WEINMANN die Beatmung bei der Reanimation
Mittlerweile herrscht ein breiter Konsens darüber, dass die Beatmung beim Reanimieren keinesfalls vernachlässigt werden darf.10 Trotz dieser Erkenntnis bleibt die adäquate Durchführung eine Herausforderung.
Eine 2020 in den USA durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass nur 3 von 106 Rettungsteams eine leitlinienkonforme Beatmung während der simulierten Herz-Lungen-Wiederbelebung gewährleisten konnten.11
3 von 106 Notfallteams konnten eine leitlinienkonforme Beatmung während der Reanimation gewährleisten.
In diesem Kontext bieten die Beatmungsgeräte von WEINMANN eine verlässliche Unterstützung bei der kardiopulmonalen Reanimation. Dank der einfachen Handhabung gewährleisten sie eine schnelle Hilfe im Wettlauf gegen die Zeit, wenn jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet.
MEDUtrigger
WEINMANN verbessert die Effizienz der Beatmung während der Reanimation mit ungesichertem Atemweg durch den Einsatz des MEDUtriggers. Die Funktion ist bei den Geräten MEDUMAT Easy CPR, MEDUVENT Standard und MEDUMAT Standard² verfügbar.
Durch den MEDUtrigger können Anwenderinnen und Anwender flexibel einzelne Beatmungshübe auslösen. Bei längerem Drücken des Triggers werden zwei leitlinienkonforme Beatmungshübe aktiviert, deren Dauer maximal fünf Sekunden beträgt. Im Unterschied zur Beutel-Masken-Beatmung ist man hier nicht auf eine zweite Person angewiesen, um die Maske abzudichten. Es reicht eine Person, um die Maske mit ihren Händen abzudichten, während ein Beatmungsgerät die Beatmung übernimmt.
CCSV-Modus
Nach Sicherung des Atemwegs bietet der CCSV-Modus von WEINMANN eine effektive Atemunterstützung. Dieser Modus führt synchron zu jeder Thoraxkompression einen kurzen Beatmungshub durch. Da er mit den Kompressionen synchronisiert ist, ergibt sich aus einer Thoraxkompression-Frequenz von z. B. 100/min eine entsprechende Beatmungsfrequenz.
Der CCSV-Modus hat mehrere Vorteile:
- Verbesserte Hämodynamik: Die Reanimation mit CCSV zeigt im Vergleich zu anderen Beatmungsmodi eine verbesserte Oxygenierung, einen normalen venösen pH-Wert und einen signifikant höheren mittleren arteriellen Blutdruck, was auf eine verbesserte Hämodynamik hindeutet.
- Verbesserte alveolare Ventilation: CCSV kann eine Hyperkapnie verhindern und somit einer respiratorischen Azidose entgegenwirken.
- Verbesserte zerebrale Oxygenierung: CCSV trägt zur Steigerung der zerebralen Oxygenierung während der Reanimation bei.
- Präzisere Beatmung: CCSV arbeitet mit den voreingestellten Beatmungswerten, ohne den eingestellten Beatmungsdruck während der Reanimation zu überschreiten.
Auf diese Weise unterstützt der CCSV-Modus von WEINMANN eine zuverlässige Beatmung während der Reanimation.
FAQ
Die Reanimation folgt einem Stufenkonzept aus Basismaßnahmen (BLS) für Laien und erweiterten Maßnahmen (ALS) mit komplexeren Eingriffen durch geschultes Fachpersonal, basierend auf den Leitlinienempfehlungen des European Resuscitation Council (ERC) und der American Heart Association (AHA).
Im Basic Life Support orientiert sich der Reanimationsablauf am Prinzip „Prüfen, Rufen, Drücken, Schocken“. ALS baut auf diesen BLS‑Schritten auf und ergänzt sie um erweiterte Maßnahmen:
Im Mittelpunkt stehen weiterhin möglichst ununterbrochene Thoraxkompressionen und – bei schockbaren Rhythmen – die frühe Defibrillation. Parallel sichern Fachkräfte den Atemweg, beatmen kontrolliert, geben Medikamente (u. a. Adrenalin bei nicht‑schockbaren Rhythmen) und suchen aktiv nach reversiblen Ursachen des Kreislaufstillstands, um diese gezielt zu behandeln. In ausgewählten Fällen kann als letzte Option eine extrakorporale CPR (eCPR) eingesetzt werden.
Die Beatmung bei der Reanimation ergänzt die Thoraxkompression im Verhältnis 30:2: Nach 30 Herzdruckmassagen folgen 2 Atemspenden, jeweils über etwa 1 Sekunde, bis sich der Brustkorb sichtbar hebt. So wird der Körper mit frischem Sauerstoff versorgt, während die Herzdruckmassage diesen im Kreislauf verteilt. Schließlich kommen – je nachdem, ob der Atemweg gesichert oder ungesichert ist – unterschiedliche Beatmungsmethoden und gegebenenfalls verschiedene Beatmungsgeräte zum Einsatz.
Bei professionellen Wiederbelebungsmaßnahmen ist die Beatmung bei der Reanimation immer dann indiziert, wenn ein Atem- und Kreislaufstillstand vorliegt und keine normale Spontanatmung vorhanden ist. In diesem Setting gehört die Kombination aus Thoraxkompressionen und künstlicher Beatmung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung und ist fester Bestandteil des Reanimationsablaufs.
Die Beatmung bei der Reanimation ist im Regelfall unverzichtbar. Dennoch existieren spezielle Situationen, in denen darauf temporär verzichtet wird oder eine reine Thoraxkompressions-Reanimation im Vordergrund steht:
- Laienreanimation ohne Hilfsmittel: Hier wird eine Reanimation nur mit Thoraxkompressionen („Hands-only-CPR“) empfohlen, um die Hemmschwelle zu senken und sicherzustellen, dass überhaupt eine Wiederbelebung stattfindet.
- Besondere Bedingungen: Eine Mund-zu-Mund-/Mund-zu-Nase-Beatmung ist z. B. bei massivem Blut, Erbrochenem oder schweren Gesichtsverletzungen nur eingeschränkt sinnvoll und kann das Aspirationsrisiko gar erhöhen.
- Eigenschutz: Bei hoher Eigengefährdung (z. B. hochinfektiöse Erkrankung ohne persönliche Schutzausrüstung) kann auf Beatmungsverfahren mit engem Patientenkontakt verzichtet und zunächst ausschließlich kompressionsorientiert reanimiert werden, bis ein sicheres Beatmungssystem zur Verfügung steht.
Im professionellen Umfeld mit verfügbarer Ausrüstung überwiegt jedoch klar der Nutzen einer Beatmung. Gerade in komplexen Einsatzsituationen (z. B. Luftrettung, Katastrophenschutz, Sanitätsdienst von Armeen) zeigt sich der Vorteil einer stabilen, reproduzierbaren Beatmung mit geeigneten Beatmungsgeräten.
Auch erfahrene Teams machen während der Reanimation immer wieder ähnliche Fehler bei der Beatmung. Diese können die Effektivität der Herz-Lungen-Wiederbelebung deutlich beeinträchtigen:
- Zu hohe Beatmungsfrequenz: Wird zu schnell beatmet, steigt der intrathorakale Druck. Das vermindert den venösen Rückstrom zum Herzen und kann den Kreislauf während der Reanimation deutlich verschlechtern.
- Zu hohes Tidalvolumen: Überhöhte Beatmungsvolumina oder -drücke begünstigen eine Magenüberblähung. Dadurch steigt das Aspirationsrisiko und es kann zusätzlicher Druck auf Lunge und Gefäße entstehen.
- Schlechte Maskenabdichtung: Undichte Masken führen zu einer unzureichenden Ventilation: Ein Teil des Volumens entweicht nach außen, anstatt in die Lunge zu gelangen. Die Sauerstoffversorgung wird damit deutlich schlechter.
- Asynchrone Beatmung zu den Kompressionen: Erfolgt die Beatmung nicht abgestimmt auf die Thoraxkompressionen, können sich Beatmungshübe und Kompressionen gegenseitig behindern. Beides kann die Koronar- und zerebrale Perfusion verschlechtern.
1www.grc-org.de/files/Contentpages/document/251217_TB_Reanimation.pdf
2 https://www.ai-online.info/images/ai-ausgabe/2008/02-2008/065-074_hoehne_cme.pdf
3 https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7498403/
4 Idris AH, Aramendi Ecenarro E, Leroux B, Jaureguibeitia X, Yang BY, Shaver S, Chang MP, Rea T, Kudenchuk P, Christenson J, Vaillancourt C, Callaway C, Salcido D, Carson J, Blackwood J, Wang HE. Bag-Valve-Mask Ventilation and Survival From Out-of-Hospital Cardiac Arrest: A Multicenter Study. Circulation. 2023 Dec 5;148(23):1847-1856. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.123.065561. Epub 2023 Nov 12. PMID: 37952192
5 Skrifvars MB, Olasveengen TM, Ristagno G. Oxygen and carbon dioxide targets during and after resuscitation of cardiac arrest patients. Intensive Care Med. 2019 Feb;45(2):284-286. doi: 10.1007/s00134-018-5456-6. Epub 2018 Nov 12. PMID: 30421258
6 Idris AH, Aramendi Ecenarro E, Leroux B, Jaureguibeitia X, Yang BY, Shaver S, Chang MP, Rea T, Kudenchuk P, Christenson J, Vaillancourt C, Callaway C, Salcido D, Carson
7 Larsen R. Kardiopulmonale Reanimation. Anästhesie und Intensivmedizin für die Fachpflege. 2016 Jun 14:627–44. German. doi: 10.1007/978-3-662-50444-4_46. PMCID: PMC7531326
8 Kardiopulmonale Reanimation bei Erwachsenen Von Shira A. Schlesinger , MD, MPH, Harbor-UCLA Medical Center
10 statics.teams.cdn.office.net/evergreen-assets/safelinks/2/atp-safelinks.html
11 Neth MR, Benoit JL, Stolz U, McMullan J. Ventilation in Simulated Out-of-Hospital Cardiac Arrest Resuscitation Rarely Meets Guidelines. Prehosp Emerg Care. 2021 Sep-Oct;25(5):712-720. doi: 10.1080/10903127.2020.1822481. Epub 2020 Oct 6. PMID: 33021857

