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Ausstattung im Rettungswagen

In Deutschland unterliegt die richtige Ausstattung im Rettungswagen klaren Vorgaben und Normen, um eine einheitliche Qualität in der Notfallrettung zu garantieren. Dadurch wird sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten bundesweit nach dem aktuellen Stand der Technik versorgt werden.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Anforderungen aktuell für die Ausstattung von Rettungswagen gelten und wie Sie mit den Geräten und dem Zubehör von WEINMANN Ihr Fahrzeug optimal ausrüsten.

Ausstattung im Rettungswagen: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Rettungswagen (RTW) ist ein spezielles Fahrzeug für die Notfallversorgung und den Patiententransport.
  • Die Ausstattung richtet sich nach der EU-Norm DIN EN 1789 Fahrzeugtyp C sowie regionalen Vorgaben und medizinischen Leitlinien.
  • Ein Großteil der Ausrüstung besteht aus Medizinprodukten, die je nach Risiko in Klassen (I bis III) eingeteilt werden.
  • Zur Standardausstattung gehören u. a. Trage, Absaugpumpe, Beatmungsgerät, EKG/Defibrillator, Spritzenpumpe, Medikamente, Verbrauchsmaterial und Diagnostikzubehör.

Mit WEINMANN setzen Sie auf zuverlässige, normgerechte Ausstattung für Ihren Rettungswagen.

Fahrzeugtypen im Rettungsdienst

Im Rettungsdienst kommen verschiedene Fahrzeugtypen zum Einsatz, die jeweils unterschiedlich ausgerüstet und klar voneinander abzugrenzen sind:

  • Rettungswagen (RTW): Ein RTW ist ein speziell ausgestattetes Fahrzeug des Rettungsdienstes. Es dient der erweiterten Behandlung von Notfallpatientinnen und -patienten sowie deren Transport in die nächstgelegene Klinik oder eine spezialisierte Einrichtung.
  • Notfallkrankenwagen (N-KTW): Ein Notfall-KTW wird zur Erstversorgung und zum Transport von Notfallpatientinnen und -patienten eingesetzt. Ziel ist die schnelle Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung der Transportfähigkeit, jedoch nicht die weiterführende Behandlung der Betroffenen.
  • Krankentransportwagen (KTW): KTW dienen dem Krankentransport von nicht akut gefährdeten Patientinnen und Patienten. Sie sind in aller Regel kleiner als RTW und verfügen über eine reduzierte Ausstattung. KTWs des Typs A1 transportieren eine einzelnen Patienten, Fahrzeuge des Typs A2 auch mehrere Patienten.
  • Notarzteinsatzfahrzeug (NEF): Das NEF dient ausschließlich als Notarztzubringer sowie zum Transport erweiterter medizinischer Ausrüstung. Ein Patiententransport erfolgt nicht.
  • Notarztwagen (NAW): Ein NAW ist ein Rettungswagen, in dem zusätzlich eine Notärztin oder ein Notarzt mitfährt.
  • Intensivtransportwagen (ITW): Der ITW kommt bei der intensivmedizinischen Verlegung zum Einsatz. Er enthält zusätzlich intensivmedizinische Ausrüstung. 

Dazu kommen noch weitere Spezialfahrzeuge, in denen je nach Notwendigkeit die Ausstattung angepasst wurde (z. B. Infektionsrettungswagen, Großraumrettungswagen etc.). Die wichtigsten Eckdaten über die unterschiedlichen Fahrzeuge in der Notfallmedizin finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. 

Krankentransportwagen - KTW

Transport von Patientinnen und Patienten ohne akute Notfallindikation

Notfallkrankenwagen - Notfall-KTW/N-KTW

Transport und Erstversorgung von Notfallpatientinnen und -patienten

Rettungswagen - RTW

Lebensrettende Notfallversorgung und Notfalltransport

Notarzteinsatzfahrzeug - NEF

Transport von Notärztin und Notarzt und kein Patiententransport

Notarztwagen - NAW

Rettungswagen mit Notärztin oder Notarzt als Teil der Besatzung

Intensivtransportwagen - ITW

Intensivmedizinische Verlegung

Was gilt für die Ausstattung von Rettungsdienstfahrzeugen nach DIN?

Die Ausstattung richtet sich nach DIN EN 1789. Sie legt als EU-Norm für Rettungsdienstfahrzeuge medizintechnische Mindestanforderungen fest und garantiert einen einheitlichen Standard in ganz Europa. Sie stellt sicher, dass sowohl das Fahrzeug als auch die Ausrüstung dem aktuellen Stand von Forschung und Technik entsprechen.

Die EU-Norm für Rettungsdienstfahrzeuge definiert 3 Fahrzeugtypen, wobei Typ C den Rettungswagen in Deutschland beschreibt.

  • Typ A1 und A2: Krankentransportwagen (KTW)
  • Typ B: Notfallkrankentransportwagen (N-KTW)
  • Typ C: Rettungswagen (RTW)

Nur der Typ C eignet sich für die Notfallrettung und den Notarztdienst. Er bietet erweiterte Möglichkeiten zur Überwachung und Behandlung von Patientinnen und Patienten. Ein Typ B-Fahrzeug darf nur dann für Notfalleinsätze genutzt werden, wenn es die medizintechnischen Mindestanforderungen der DIN EN 1789 übertrifft.

Damit die Ausstattung im Rettungsdienstfahrzeug „State of the Art“ bleibt, fließen auch die S1- bis S3-Leitlinien ein. Sie formulieren je nach Krankheitsbild und Handlungsempfehlung konkrete Anforderungen an notwendige Geräte und Medikamente.

Die Ausstattung eines Rettungsdienstfahrzeugs wird auch durch regionale Vorgaben beeinflusst: Die personelle Besetzung wird je nach Bundesland geregelt und auch die Ärztliche Leitung Rettungsdienst (ÄLRD) trifft eigenständige Entscheidungen – zum Beispiel im Hinblick auf die medikamentöse Ausstattung, für die es keine bundesweit einheitliche Regelung gibt.[1]

Ausstattung im Rettungswagen (Typ C)

Im Rettungswagen müssen Medikamente, Geräte und transportable Ausrüstung vorhanden sein, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten und schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden. Ein Großteil der Ausstattung im Rettungswagen zählt zu den Medizinprodukten.

Medizinprodukte sind Instrumente, Apparate, Geräte, Software, Implantate, Reagenzien oder andere Gegenstände, die für die medizinische Anwendung am Menschen bestimmt sind. Sie dienen z. B. der Diagnose, Überwachung, Vorhersage, Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder Verletzungen – oder unterstützen körperliche Funktionen oder Prozesse, ohne dabei primär pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch zu wirken.

Von Medizinprodukten kann eine Gefährdung ausgehen, wenn diese nicht sachgerecht bedient werden. Deshalb werden sie nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) in vier Risikoklassen I, IIa, IIb und III eingeteilt, wobei Klasse III das höchste Risiko darstellt:

  • Klasse I: Produkte mit geringem Risiko, z. B. nicht-invasive Produkte oder Zubehör für Klasse-IIa-Geräte.
  • Klasse IIa: Produkte mit mittlerem Risiko, z. B. nicht-invasive Produkte zur Veränderung der Zusammensetzung von Blut oder Körperflüssigkeiten (z. B. Dialysefilter) und bestimmte chirurgisch-invasive Vorrichtungen sowie Produkte für kurzzeitige Anwendungen.
  • Klasse IIb: Produkte mit erhöhtem Risiko, z. B. invasive Produkte zur Langzeitanwendung und komplexe aktive Produkte zur Wundbehandlung.
  • Klasse III: Produkte mit höchstem Risiko ,z. B. Produkte zur Überwachung, Diagnose, Kontrolle oder Korrektur, Steuerung zentraler Herz-Kreislauf-Funktionen oder implantierbare Produkte.

Die erforderlichen Materialien für eine umfassende medizinische Versorgung im Rettungswagen – unterteilt in Klassen – sind:

Klasse 1

Trage und Tragezubehör
Ermöglicht einen sicheren Patiententransport und erste medizinische Maßnahmen während der Fahrt

Vakuummatratze
Dient der Immobilisation von Trauma-Patientinnen und -Patienten zur sicheren Lagerung und Stabilisierung

Klasse 2

Beatmungsgerät
Unterstützt oder übernimmt vollständig die Atemarbeit bei fehlender oder unzureichender Spontanatmung

Druckminderer
Reguliert den Druck von Sauerstoffflaschen für die Verwendung mit medizinischen Geräten und ermöglicht eine kontrollierte Sauerstoffzufuhr

Klasse 2a

Absaugpumpe
Erzeugt Vakuum, um Sekrete und Fremdkörper aus den Atemwegen zu entfernen – zur Freihaltung der Atemwege

Klasse 3

EKG und Defibrillator
Zeichnen das EKG auf und leiten bei schockbarem Rhythmus (z. B. Kammerflimmern) zur Defibrillation an

Da jedes Medizinprodukt individuell klassifiziert wird, existieren Gruppen in der Rettungswagen-Ausstattung, die sich nicht pauschal einer Klasse zuordnen lassen. 

  • Verbrauchsmaterial wie Verbandszeug fällt typischerweise in Klasse I.
  • Diagnostikzubehör wie ein Stethoskop oder ein Blutdruckmessgerät müssen ebenfalls im Rettungswagen vorhanden sein. Sie gehören meistens zur Klasse I.

Medikamente zählen nicht zu den Medizinprodukten, sind aber wesentlicher Bestandteil jeder umfassenden Ausrüstung im Rettungswagen. 

Der Rettungswagen muss gemäß den jeweiligen Landesgesetzen mit Fachpersonal besetzt werden, in jedem Fall mit mindestens einer Notfallsanitäterin bzw. einem Notfallsanitäter. Diese sind befähigt und geschult, die vorliegende Ausrüstung fachgerecht einzusetzen. 

Rettungswagen-Ausrüstung von WEINMANN

MEDUCORE Standard 2 bei der Patientenüberwachung

Die Produkte von WEINMANN erfüllen alle gesetzlichen Anforderungen und Konformitäten. Mit unserer Ausstattung für Rettungswagen behandeln Sie leitlinienkonform und zuverlässig: für eine sichere Versorgung im Notfalleinsatz. Lernen Sie jetzt unsere Produkte kennen.

MEDUMAT Standard²

MEDUMAT Standard² ist ein mobiles Beatmungsgerät, das sowohl invasive als auch nicht-invasive Beatmung ermöglicht. Mit einem Gewicht von nur 2,5 kg ist es äußerst kompakt. Die Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden erlaubt auch längere Einsätze im Rettungswagen oder in abgelegenen Gebieten. 

MEDUVENT Standard

MEDUVENT Standard zählt zu den kleinsten turbinenangetriebenen Notfallbeatmungsgeräten weltweit – und ist dabei dennoch hochleistungsfähig. Das Gerät ermöglicht sowohl die invasive als auch die nicht-invasive Beatmung – unabhängig von einer externen Druckgasversorgung und mit einer Laufzeit von bis zu 7,5 Stunden. Sauerstoffkonzentrationen zwischen 21 % und 100 % lassen sich flexibel einstellen.

Ein umfassendes Monitoring der Patientenparameter – inklusive Druck- und Flowkurve – sorgt für maximale Kontrolle während der gesamten Beatmung. Und mit einem Gewicht von nur 2,1 kg ist MEDUVENT Standard besonders handlich und entlastet Notfallsanitäterinnen und -sanitäter körperlich bei ihren Einsätzen.

ACCUVAC

ACCUVAC Pro ist ein tragbares Absauggerät, das zum Freimachen der Atemwege dient. Dieser Schritt ist besonders wichtig, da eine effektive Beatmung ggf. erst nach dem Absaugen erfolgen kann. 

Durch sein handliches Design kann es auch außerhalb des Rettungswagen flexibel eingesetzt werden. Es bietet eine starke Saugleistung, ist leicht zu reinigen und verfügt über 4 vordefinierte Saugstufen. Der leistungsstarke Akku sorgt für hohe Einsatzbereitschaft. Zusätzlich eignet sich ACCUVAC Pro auch zum Evakuieren von Vakuumschienen und -matratzen und ist somit multifunktional. 

Auch ACCUVAC Lite kann als Ausstattung für den Rettungswagen verwendet werden. Im Unterschied zur ACCUVAC Pro wird ACCUVAC Lite über einen stufenlosen Regler bedient.

OXYWAY 

OXYWAY ist ein Druckminderer für die Sauerstofftherapie und für die Versorgung von Beatmungsgeräten sowie Fahrzeuganlagen (zentrale Gasanlage, ZGA). Dank des Baukastensystems lässt sich OXYWAY individuell konfigurieren. Die Druckminderer sind kompakt, robust und langlebig, wodurch sie sich besonders gut für Rettungseinsätze eignen.

RESCUE-PACK Plus

Der Notfallrucksack RESCUE-PACK Plus bringt nicht nur Verbrauchsmaterial sicher zum Einsatzort, sondern ist auch für den Transport unserer Medizingeräte – wie z. B. Beatmungsgeräte – ausgelegt. So hat die Rettungswagenbesatzung bei der Versorgung beide Hände frei und alles Nötige griffbereit.

Dank Sichtfenster und integrierten Ladeschnittstellen ist RESCUE-PACK Plus optimal auf den Transport unserer Beatmungsgeräte abgestimmt. Der Rucksack ist leicht, hochwertig verarbeitet, robust und für den anspruchsvollen Einsatz im Rettungsdienst bestens gerüstet.

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[1] https://link.springer.com/article/10.1007/s10049-022-01036-6